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23. April 2007

Nigeria: Grüne fordern Wahlwiederholung

Zu den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Nigeria erklärt Ute Koczy, entwicklungspolitische Sprecherin:

Attentatsversuche, massive Unregelmäßigkeiten, Urnenraub, geschlossene Stimmlokale und Gewaltausbrüche kennzeichnen die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Nigeria. Der historische Versuch, die Macht in Nigeria auf demokratischem und verfassungsmäßigem Wege zu übergeben, kann als gescheitert angesehen werden. Die Durchführung der Wahlen lassen nur einen Schluss zu: Wahlwiederholung!

Der Frieden und die demokratische Struktur in Nigeria wären dauerhaft gefährdet, falls sich die Partei des scheidenden Präsidenten Obasanjo zum Wahlsieger erklären würde. Sein Nachfolger hätte kaum eine Chance, den von Misswirtschaft und Korruption zerrütteten Vielvölkerstaat aus der Krise zu führen. Der langjährige Hoffnungsträger Olusegun Obansanjo ist aufgerufen, nicht die eigenen, sondern die demokratischen Interessen des ganzen Landes im Blick zu behalten.

Der Fall Nigeria beweist, dass Öl kein Heilmittel gegen Armut ist, sondern einen Staat destabilisieren kann. Dem Land stehen chaotische Zeiten bevor - mit fatalen Auswirkungen auf die Region.

Für die vom Ölreichtum abgehängte Bevölkerung geht die humanitäre Katastrophe weiter.

Zusätzliche Information

Nigeria: Reisebericht von Ute Koczy (November 2006)