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PRESSEMITTEILUNG


Datum: 10. März 2008

Lasst das Öl im Boden – Fristverlängerung für die ITT-Initiative

Anlässlich des Besuchs von Francisco Carrión Mena in Berlin, Sonderbeauftragter Ecuadors für die ITT-Initiative im Nationalpark Yasuní, erklärt Ute Koczy, entwicklungspolitische Sprecherin:

Es kommt Bewegung in die Initiative der ecuadorianischen Regierung das Ölfeld Ishpingo Tambococha Tibutini (ITT) im Nationalpark Yasuní unter der Erde zu lassen. Ende Januar richtete Präsident Rafael Correa ein Sekretariat zur Unterstützung der ITT-Initiative ein und ernannte den ehemaligen Außenminister Ecuadors, Francisco Carrión Mena, zum ITT-Sonderbeauftragten der Regierung.

Wir begrüßen diesen Schritt und sichern der Regierung Ecuadors weiterhin unsere Unterstützung zu, die ITT-Initiative umzusetzen. Das Öl im Yasuní-Nationalpark nicht zu fördern ist eine wichtige Botschaft im weltweiten Kampf gegen den Klimawandel und gegen die Umweltzerstörung. Nicht nur wird eine große Menge CO2 eingespart und ein weltweit einzigartiges Biosphärenreservat geschützt. Auch ist die Umsetzung der ITT-Initiative ein Signal der internationalen Gemeinschaft, dem Schutz von Klima und Umwelt den Vorrang vor der rücksichtslosen Förderung fossiler Energieträger einzuräumen.

Damit die ITT-Initiative ein Erfolg werden kann, muss Ecuador die Frist verlängern. Bis zur Mitte des Jahres will Ecuador die internationalen Zahlungsverpflichtungen zum Ausgleich der verlorenen Einnahmen aus der Ölförderung gesichert haben. Doch für die Verhandlungen braucht es mehr Zeit. Diese einzigartige und wichtige Initiative darf nicht an der kurzen Frist scheitern. Auch die Bundesregierung fordern wir auf, hier aktiv zu werden. Sie muss ihre Unterstützung aufrechterhalten, Ideen zur Umsetzung erarbeiten und für eine Fristverlängerung bei Präsident Correa eintreten.

Zum Hintergrund: Das Ölfeld Ishpingo Tambococha Tibutini (ITT) im Yasuní-Nationalpark beherbergt fast eine Milliarde Barrel Rohöl und damit etwa 20 Prozent der Ölreserven Ecuadors. Im Mai letzten Jahres lancierte die Regierung unter dem neuen Präsidenten Rafael Correa die ITT-Initiative. Zahlt die internationale Gemeinschaft pro Jahr 350 Millionen US-Dollar, was die Hälfte der möglichen jährlichen Einnahmen bei der Förderung wären, so bleibt das Öl unter der Erde. Damit bliebe ein einmaliges Biosphärenreservat, der Yasuní-Nationalpark, von der Zerstörung verschont. Außerdem leben dort noch indigene Völker, die keinen Kontakt zur Außenwelt haben wollen.