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PRESSEMITTEILUNG


Datum: 10. Juli 2009

Frauen und Mädchen brauchen mehr Unterstützung

 Zum Weltbevölkerungstag erklärt Ute Koczy, Sprecherin für Entwicklungspolitik:

Die Armut auf der Welt ist vor allem weiblich. Drei Fünftel der ärmsten Menschen weltweit sind Frauen und Mädchen. Diese Situation ist skandalös und eine Bestätigung dafür, dass die Gleichbehandlung von Frauen und Männern in weiter Ferne liegt. Die Armut von Frauen rührt in erster Linie daher, dass ihnen ihre fundamentalen Rechte vorenthalten werden und sie keinen Zugang zu den materiellen wie gesellschaftlichen Ressourcen haben, die ein Leben in Würde und Selbstbestimmung ermöglichen.

Es ist immer das Gleiche: In wirtschaftlich schweren Zeiten brechen als erstes die Arbeitsplätze von Frauen weg, bleiben Mädchen der Schule fern und werden ohnehin prekäre Gesundheitssysteme weiter geschwächt.

Jetzt gilt es, mehr Mittel für die Stärkung von Gesundheitssystemen einzusetzen und Frauen den Zugang zur medizinischen Grundversorgung zu ermöglichen. Noch immer sterben über 500.000 Frauen an den Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt. Somit ist das Millenniumsentwicklungsziel, die Müttersterblichkeit bis 2015 um 75 Prozent zu senken, so gut wie nicht mehr zu erreichen.

Auch beim Zugang zu ökonomischen Ressourcen und bei der Bildung sind Frauen deutlich schlechter gestellt als Männer. Dabei ist die Bekämpfung von Armut untrennbar mit der Geschlechtergerechtigkeit und der Stärkung der Frauen verbunden. Deshalb müssen wir bilaterale und multilaterale Entwicklungsprogramme viel stärker auf die Frauen und Mädchenförderung ausrichten. Beim Aufbau angepasster sozialer Sicherungssysteme und sozialer Transferleistungen müssen sie im Zentrum der Überlegungen stehen.