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30. Januar 2009

Erfreulich: Neue US-Regierung stärkt sexuelle und reproduktive Rechte von Frauen weltweit!

Der neue US-Präsident Barack Obama hat der restriktiven Abtreibungspolitik der Regierung Bush endlich ein Ende gesetzt. Bereits am dritten Tag seiner Amtszeit hob er die so genannte Mexico-City-Policy auf, eine Verordnung, die US-amerikanische Entwicklungsgelder an die Bedingung knüpft, dass die geförderten Organisationen keine Schwangerschaftsabbrüche durchführen, Frauen Beratung dazu anbieten oder sich für die Legalisierung von Abbrüchen einsetzten. Den geförderten Organisationen war es auch nicht erlaubt, mit eigenem Geld auf diesem Gebiet tätig zu sein. Eine sichere und effektive Familienplanung in Entwicklungsländern wurde damit unmöglich, denn  gerade Frauen in den ärmsten Ländern der Welt haben oft nicht die Möglichkeit zu bestimmen, wann sie schwanger werden wollen. Gründe dafür sind der mangelnde Zugang oder falsche Verwendung von Verhütungsmitteln, fehlende Informationen über die Möglichkeiten der Familienplanung, aber auch sexuelle Gewalt.

Auch von den Folgen einer ungewollten Schwangerschaft sind Frauen besonders stark betroffen, und zwar in finanzieller, sozialer und vor allem gesundheitlicher Hinsicht. Jedes Jahr werden ca. 76 Millionen Frauen ungewollt schwanger. 46 Millionen davon entscheiden sich für einen Schwangerschaftsabbruch. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass dies für 19 Millionen Frauen einen risikoreichen Eingriff bedeutet. Jährlich sterben über 67.000 Frauen an den folgenden eines unfachgemäß durchgeführten Schwangerschaftsabbruchs, während hunderttausende langfristige gesundheitliche Schädigungen davontragen. Unfachgemäß durchgeführte Abtreibungen umfassen sowohl Eingriffe unter fehlenden medizinischen und hygienischen Minimalstandards bis hin zur Einnahme von giftigen Substanzen wie Terpentin oder Bleichmittel, sowie dem Platzieren von Fremdkörpern wie z.B. Hühnerknochen oder Stöcken  im Uterus.

Die Mexico-City-Policy hatte aber nicht nur negative Auswirkungen auf die Arbeit im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbrüchen, sondern auch auf den Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit insgesamt. So mussten die von den finanziellen Kürzungen betroffenen Hilfsorganisationen auch die Versorgung mit Verhütungsmitteln stark einschränken oder sogar ganze Krankenhäuser schließen, was sich schwerwiegend auch auf die allgemeine Gesundheitsversorgung von Frauen in Entwicklungsländern auswirkte.

Dass sich die USA, als zweitgrößter bilateraler Geber für internationale Familienplanungsprogramme, endlich zum Recht der Frau auf Abtreibung bekennen, ist nicht nur ein wichtiger Schritt zur Erreichung des UN-Millenniumsziels zur Verbesserung der Gesundheit von Müttern sondern auch zur Stärkung sexueller und reproduktiver Rechte von Frauen weltweit.

Zusätzliche Information

Frauen - Marokko