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Der heutige Welt-Malaria-Tag soll auf einen globalen Killer aufmerksam machen, dem jährlich mehr als 1.000.000 Menschen zum Opfer fallen. Die durch Mückenstiche übertragene Malaria gehört damit nach wie vor zu den Haupttodesursachen in Entwicklungsländern. Ein Skandal, denn Malaria ist eine vermeidbare und heilbare Krankheit. Trotzdem schafft die Weltgemeinschaft es nicht, sie zu kontrollieren und zu besiegen.
Private Initiative blamiert den Staat
Auf die Pharmaindustrie mit ihrem von Profit getriebenen Modell der Medikamentenentwicklung ist kein Verlass bei der Bekämpfung von Krankheiten, die hauptsächlich Arme betreffen. Umso schlimmer ist daher, dass sich auch die öffentliche Forschung der reichen Industriestaaten kaum darum kümmert. Es sind vor allem private Stiftungen oder zivilgesellschaftliche Initiativen in Form von Produktentwicklungspartnerschaften wie zum Beispiel der "Drugs for Neglected Diseases Initiative", die das Thema vernachlässigter Armutskranken in die Öffentlichkeit bringen und notwendige Medikamente entwickeln. Der Beitrag der Bundesregierung zu solchen innovativen Instrumenten zur Forschung und Entwicklung von Medikamenten gegen vernachlässigte Krankheiten ist verschwindend gering. Immer wieder weisen "Ärzte ohne Grenzen" darauf hin, dass Deutschland einen seiner Größe und Forschungskapazität völlig unangemessenen hinteren Rang einnimmt.
Versprechen einhalten!
Die Zusagen des UN-Gipfels in New York, zusätzliche 3,2 Mrd. US-Dollar für die Bekämpfung von Malaria aufzuwenden, haben gezeigt, dass die internationale Gemeinschaft dem Problem mehr Aufmerksamkeit schenkt. Auch Deutschland hat sich verpflichtet, jährlich 800 Mio. Euro für die Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose zusätzlich auszugeben. Bisher wurden die gemachten Versprechen zur Erhöhung der Mittel jedoch nicht umgesetzt. Die Finanzkrise darf nun nicht Anlass dafür sein, dass die Zusagen zurückgenommen werden. Dazu gehört auch, dass Deutschland endlich einen angemessenen finanziellen Beitrag zur weltweiten Gesundheitspolitik leisten muss. Bisher belaufen sich die Gesamtausgaben der Bundesregierung für Gesundheit in Entwicklungsländern lediglich auf 0,02 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Notwendig zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele für Gesundheit wären jedoch mindestens 0,1 Prozent.
Netze helfen Leben retten
Auch wenn noch kein wirkungsvoller Impfstoff gegen Malaria existiert, gibt es dennoch Möglichkeiten, um diese tödliche Krankheit im Vorfeld zu bekämpfen. So bieten Moskitonetze, die mit Insektiziden behandelt worden sind, einen wirksamen Schutz. Die Netze helfen die Anzahl der Neuerkrankungen zu halbieren. Anlässlich des Welt-Malaria-Tages sammelt die die Aktion "Netze knüpfen" des Deutschen Roten Kreuzes und der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom 24. April bis zum 27. September Gelder für imprägnierte Moskitonetze (weitere Informationen unter: www.drk.de/malaria).