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Hüllhorst (nw). Mehr als 60 interessierte Zuhörer begrüßte die Fraktionsvorsitzende der Grünen Hüllhorst, Monika Högner-Klose, zur Informationsveranstaltung "Bürgersolaranlage auch für Hüllhorst".
Für eine solche Anlage in Hüllhorst gebe es viele Gründe, so die Bundestagsabgeordnete Ute Koczy: "Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ist ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz. Klimakatastrophen sind vielfach vom Menschen gemacht."
Hüllhorst sei umgeben von Bürgersolaranlagen und habe selbst noch keine. So habe Porta Westfalica fünf Anlagen, im Altkreis Lübbecke gebe es drei Anlagen, in Bad Oeynhausen, Löhne, Rödinghausen und Hiddenhausen je eine. Koczy: "Diese von Privatpersonen gemeinschaftlich betriebene Anlage zur umweltschonenden Energieerzeugung hat Zukunft. Die Vergütung nach dem EEG gibt Sicherheit. Dieses im Jahr 2000 unter Rot-Grüner Regierung beschlossene Gesetz garantiert eine Vergütung von 0,43 Euro pro Kilowatt Einspeisung."
Bürgermeister Wilhelm Henke erläuterte, dass auf Hüllhorsts Dächern 100 Photovoltaikanlagen ca. 1.200 Kilowatt und vier Windenergieanlagen 2.750 Kilowatt umweltfreundlichen Strom erzeugen.

Die Gemeinde Hüllhorst als größter Immobilieneigentümer hat auch auf Antrag der Grünen die Gebäude auf ihre Statik untersuchen lassen. Die Dachflächen der Grundschule Schnathorst und Tengern, das Feuerwehrgerätehaus in Oberbauerschaft, Übergangsheime, die Kläranlage und Teile des Daches der Gesamtschule hätten sich als geeignet erwiesen. Der Antrag der Hüllhorster Grünen, auf dem neuen Feuerwehrgerätehaus eine Photovoltaikanlage zu installieren werde intensiv geprüft. Hier könne auf eine Ziegeldachfläche verzichtet werden.
Alfred Töpper von Solarbauer Stemwede GbR führte eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durch. Neben verschiedenen Kosten wie Investition, Versicherung, Pacht, Verwaltungsaufwand, Zinsen bei Zweidrittel-Fremdfinanzierung kommt er auf eine Rendite von fünf bis sechs Prozent. Eine Photovoltaikanlage habe sich in ca. neun Jahren refinanziert.
Auch Entsorgungsprobleme gebe es nicht, da alle Stoffe recycelbar oder thermisch verwertbar seien. Die Lebensdauer betrage mehr als 30 Jahre. Auch hätten Solaranlagen eine positive Energiebilanz. So werde für jedes Kilowatt, welches für den Bau einer Anlage benötigt werde, das Achtfache herausgeholt. Bei Kohle sei das Verhältnis dagegen sehr schlecht.
Frank Meier und Wolfgang Böhm berichteten von der Umsetzung der Bürgersolaranlage in Löhne und erläuterten ihre Motivation. Das gute Gewissen, etwas für die Umwelt und die nachfolgende Generation getan zu haben, sei ebenso wichtig wie eine gute Rendite. Mit jeder neuen Anlage werde Deutschland ein wenig unabhängiger von Energieimporten. Fossile Brennstoffe sind endlich.
"Entscheidend ist die Initiative von Menschen, die keine Fachmänner sein müssen", sagte Wolfgang Böhm. Um diese Initiative voranzutreiben, würden alle Hüllhorster angesprochen, die Lust hätten, mehr zu erfahren oder sich zu engagieren.
Weitere Informationen auf der Homepage der Hüllhorster Grünen: www.gruene-huellhorst.de oder unter der Telefonnummer 057 44) 12 22.
Neue Westfälische 04.05.2009