Ute Koczy MdB

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Indien

20. August 2009

Vedanta – Geplante Zerstörung von Indigenen-Heiligtum mit deutschen Geldern

Der Konzern Vedanta, der von der Deutschen Bank unterstützt wird, bedroht ein Heiligtum der Indigenen, den Niyamgiri Berg in Indien. Die Dongria Kondh leben dort und verehren diesen Berg, den Vedanta nun zum Erzabbau nutzen will. Dieses Vorhaben nimmt dem Stamm nicht nur die Existenzgrundlage und verursacht Umweltverschmutzung, sondern zerstört ihr wichtigstes Heiligtum.

Der britische Großkonzern Vedanta Resources, dem in mehreren Fällen die Missachtung von Umweltvorgaben und Menschenrechten vorgeworfen wird, plant, den Niyamgiri Berg im ostindischen Bundesstaat Orissa abzubauen, um Bauxit zu gewinnen. Dieser Rohstoff wird benötigt um Aluminium herzustellen. Noch bevor eine Genehmigung für den Bau einer Mine erteilt worden war, hatte das Unternehmen bereits eine Bauxit-Raffinerie am Fuß des Niyamgiri Berges gebaut. Bereits dies zog erhebliche Umweltverschmutzungen und die Umsiedlung von Menschen mit sich. Falls die Pläne des Konzerns weiter umgesetzt werden, drohen noch weitere umfangreiche Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen.

Zerstörung eines Heiligtums

In der Region leben etwa 8.000 Angehörige des indigenen Volks Dongria Kondh. Für diese Menschen stellt die Errichtung einer Mine am Niyamgiri Berg die Vernichtung ihres wichtigsten Heiligtums und kulturellen Zentrums dar. Vedanta verstieße damit außerdem gegen zwei Gesetze der indischen Verfassung. Einerseits wird den Dongria Kondh das Recht von Stammesgruppen auf territoriale Integrität und Entscheidungsfreiheit über ihre Entwicklung verwehrt. Andererseits wird das Volk in seinem religiösen Glauben und dessen Ausübung gehindert. Nichtsdestotrotz hat der Oberste Gerichtshof von Indien der Umsetzung des Plans zugestimmt.

"Roter Matsch" vergiftet Trinkwasser

Neben den Menschenrechtsverletzungen verursacht der Konzern mit seinem Projekt auch Umweltzerstörung. Sehr problematisch ist die Nutzung des Wassers, denn durch den Erzabbau wird der Grundwasserspiegel gesenkt und gefährdet somit die Wasserversorgung der Bevölkerung. Nicht nur die Bewässerung der Felder ist bedroht, sondern auch die überlebensnotwendige Trinkwasserversorgung. Außerdem sind die Wasserbestände schon jetzt durch Vedanta vergiftet. Die giftigen Rückstände der Bauxit-Raffinerie, der so genannte rote Matsch, verunreinigen die Flüsse. Hautprobleme bei der Bevölkerung, Tierkrankheiten und Ernteausfälle sind einige der Folgen. 

Weltweite Proteste

Obwohl der Kontrollausschuss für Umweltverschmutzung der Regierung von Orissa das Projekt kritisierte, gab die indische Regierung Vedanta ihre Einwilligung. Jetzt müssen nur noch einige Genehmigungen eingeholt werden und danach  kann angefangen werden, das Bergwerk zu bauen. Die Zustimmung wurde zwar an Entwicklungs- und Entschädigungspakete geknüpft. Falls diese allerdings überhaupt gezahlt werden, können auch die den entstehenden Schaden nicht aufwiegen. Daher reagiert die Bevölkerung mit massiven Protesten. Aber nicht nur in Orissa wird demonstriert, sondern auch in London, wo der Hauptsitz des Konzerns liegt. An diesen Demonstrationen beteiligten sich unter anderen Prominente wie die Menschenrechtsaktivistin Bianca Jagger.

Deutsche Mitverantwortung

Dies alles wird erst möglich gemacht durch Gelder vieler Investoren, wie z.B. der Deutschen Bank. Allein zwischen 2004 und 2005 hat sie Vedanta Resources 227,5 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Obwohl der Bank die Missstände seit längeren bekannt sind, unterstützt sie weiterhin die Machenschaften des Unternehmens. Andere hingegen haben ihre Investitionen zurückgezogen, wie z.B. der norwegische Rentenfonds. Dieser veröffentlichte 2007 eine Studie, die klar die Bedrohung von Mensch und Umwelt feststellte, und beschloss daraufhin, nicht weiter in Vedanta zu investieren. Die Deutsche Bank entschied sich jedoch, diesem guten Beispiel nicht zu folgen und unterstützt weiterhin Ausbeutung und Vernichtung.

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