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Ute Koczy besuchte den Bund für soziale Verteidigung (BSV) in Minden, einen pazifistischen Fachverband der deutschen Friedensbewegung. Bei einem gemeinsamen Mittagessen in der Fachwerk-Kantine informierten die beiden GeschäftsführerInnen Judith Conrads und Björn Kunter sowie Vorstandsmitglied Bernhard Nolz und mehrere BSV-MitarbeiterInnen über die neuesten Arbeitsfelder der zivilen Konfliktbearbeitung. An diesem Gespräch nahm auch der Geschäftsführer des Versöhnungsbundes Minden, Holger Klee, teil.
von links: Björn Kunter (BSV-Geschäftsführer), Bernhard Nolz (Vorstand), Judith Conrads (Geschäftsführerin), Holger Klee (Versöhungsbund) und Mitarbeiterinnen des BSV mit Ute Koczy
Die Arbeit des BSV spiegelt sich immer mehr in Konferenzen ab, um Erfahrungen auszutauschen und sich mit anderen Partnern zu vernetzen, wie zum Beispiel die vom BSV organisierte Tagung "Neue Wege aus der Gewalt" vom 19.-21.03.2010 in Wittenberg und der 6. Streitschlichtungskongress.
Nach dem Mittagessen wurde das Gespräch in der BSV-Geschäftsstelle zum "zivilen Aufbau in Afghanistan" fortgesetzt. Ute Koczy, regionale Bundestagsabgeordnete für den Kreis Minden-Lübbecke, erläuterte ihr Diskussionspapier zu den Ergebnissen der Afghanistankonferenz und den Vorschlägen der Bundesregierung. Sie forderte eine schonungslose Bilanz, die die Bundesregierung bislang beharrlich verweigert. Es gilt weiterhin, Kriterien für eine Abzugsperspektive zu entwickeln, denn ein sofortiger Abzug würde das Land ins Chaos stürzen.
Sie begrüßte die angekündigte "Entwicklungsoffensive" der Bundesregierung für den Norden Afghanistans. Ab 2010 sollen die Mittel von 260 Millionen Euro auf 430 Millionen Euro erhöht werden.
Allerdings kommt diese Erhöhung zu spät, stellte Ute Koczy fest, denn viel Zeit wurde bisher versäumt.
In einer sachlichen und konstruktiven Diskussion, in der Ute Koczy vom BSV-Team auch mit vielen kritischen Positionen konfrontiert wurde, trug dieser Meinungsaustausch zu mehr Hintergrundwissen jenseits der üblichen Berichterstattung in den Medien bei.