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In einer Hauruck-Aktion hat der neue EU-Gesundheitskommissar John Dalli überraschend der Gentech-Kartoffel "Amflora" die Zulassung erteilt.
Die lippische Abgeordnete Ute Koczy protestiert: "Erstmals seit 12 Jahren erhält damit eine Gentechnikpflanze Marktzugang und das, obwohl sich mehr als zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger in der EU gegen genmanipuliertes Essen aussprechen.
Wer außer dem Konzern BASF braucht eine genmanipulierte Amflora Kartoffel? Sie ist teuer und überflüssig, da es schon Kartoffeln mit der gleichen Eigenschaft gibt, ganz ohne Gentechnik. Zugleich ist die Zulassung fahrlässig. Ausgerechnet ein Gesundheits-Kommissar ignoriert die Warnungen der Weltgesundheits-Organisation (WHO) und erlaubt den Anbau und Verzehr einer Pflanze, die eine Resistenz gegen zentrale Antibiotika im Kampf gegen die Tuberkulose enthält. Wir Grünen werden nicht aufhören, gegen gentechnisch veränderte Pflanzen zu kämpfen".
Die Ankündigung Dallis ist aber nicht nur ein Schlag ins Gesicht der Verbraucherinnen und Verbraucher.
Manuela Grochowiak-Schmieding, Sprecherin des lippischen grünen Kreisverbandes ist empört: "Das ist eine große Gefahr für unseren gentechnikfreien Kreis, da die zuständige Fachbehörde EFSA selbst einräumt, dass die Lebensmittelbranche mit Kontaminationen durch den Anbau und die Weiterverarbeitung zu rechnen hat. Auf die Kartoffelhersteller kommen jetzt erhebliche Zusatzkosten für Tests, Kontrollen und Voruntersuchungen zu. Das gilt für alle Landwirte in Lippe, nicht nur für die Bauern mit ökologischem Anbau."