

Es war eine ungewöhnliche Veranstaltung, zu der am Freitag, den 9.4.2010, die grünen Ortsverbände von Bad Lippspringe und Schlangen eingeladen hatten. Über 70 Personen diskutierten in einer Gaststätte von Bad Lippspringe mit zahlreichen grünen Promis über die Zukunft eines Nationalparks Senne.
Dieser wird durch die aktuellen Pläne der britischen Rheinarmee, ihre militärischen Übungen auszuweiten und vier Kampfdörfer und ein Schießhaus zu bauen sowie vorhandene Einrichtungen zu erweitern, immer stärker bedroht. Zwar sind aufgrund der Proteste die ursprünglichen Pläne reduziert worden, aber Paderborn soll neben Bergen-Hohne und Gütersloh eine der drei verbleibenden Hauptgarnisonen werden.
Auf dem Podium waren neben MdB Oliver Krischer und MdB Ute Koczy, MdL Johannes Remmel sowie die beiden Landtagskandidaten aus der Region Harald Grünau (Paderborn) und Dirk Brinkschmidt (Lippe) dabei. MdL Sigrid Beer war ebenfalls anwesend. Marcus Förster (Schlangen) und Norika Creuzmann (Bad Lippspringe) moderierten den Abend.
Die Grünen aus Kommune, Land und Bund bekräftigten erneut ihren Standpunkt, dass neben der Eifel in NRW ein zweiter Nationalpark Senne eingerichtet werden muss. Natürlich wurde auch Wahlkampf mit gemacht, denn die politischen Mehrheiten sind entscheidend! Die Hoffnungen ruhen darauf, dass die nächste Landesregierung von Grünen mitgestaltet und dann die Einrichtung eines Nationalparks Senne als Ziel definiert werden kann.
Deutlich wurde auch, dass die frühere Haltung, die Einrichtung eines Nationalparks bei laufender militärischer Nutzung sei möglich, nicht mehr trägt. Wenn die Übungen in Vorbereitung auf den Afghanistaneinsatz intensiviert werden, dann bedeutet dies weitere Bodenversiegelungen, Lärmemissionen, Munitions– und damit Gifteintrag sowie weitere Störungen. Nachdem der Kreis Güterloh am 18.02.2010 die Ausbaupläne der britischen Rheinarmee genehmigt hat, fürchten die Naturschutzverbände um die Senne als einen der wertvollsten Naturräume Deutschlands und haben beschlossen, gegen die Genehmigung und den sofortigen Vollzug zu klagen (Spendenaufruf siehe Förderverein Senne-Eggebirge e.V., www.nationalpark-senne-eggegebirge.de). Die Grünen beteiligen sich aktiv an der Finanzierung dieses Rechtshilfefonds.
Vor der Veranstaltung nutzten die Landtagskandidaten Dirk Brinkschmidt und Harald Grünau, sowie die Bundestagsabgeordneten Ute Koczy und Oliver Krischer die Gelegenheit, sich vor Ort über die Situation in der Senne zu informieren.
Grüne aus Kommunen, Land und Bund protestieren gegen Kampfdörfer in der Senne
Die Kugeln, die die Bäume kappen, fliegen dahinter in den Sand und geben langsam und sicher ihr giftiges Material (Blei etc.) an den Boden und ins Grundwasser ab.