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5. Juli 2010

Koczy: Recht auf "inklusive Schule" endlich umsetzen

Zur Diskussion um die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in der deutschen Schulpraxis im Rahmen der Fachveranstaltung der Kultusministerkonferenz (KMK) Ende Juni erklärt die lippische Grüne Bundestagsabgeordnete Ute Koczy:

"Es ist begrüßenswert, dass sich die KMK dem Thema "Inklusive Schule" angenommen und im Vorfeld der Tagung ein gemeinsames Papier erarbeitet hat. Die Überarbeitung der Empfehlungen der KMK zur sonderpädagogischen Förderung aus dem Jahr 1994 war längst überfällig. Doch leider wird das Papier den notwendigen Anforderungen nicht gerecht. So kritisiere ich, dass die gesetzliche Absicherung auf eine inklusive Bildung nicht gefordert wird. Das geht zulasten der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen und Benachteiligungen. Für diese Kinder bedeutet die Ausgrenzung in die Sonderschule den Einstieg in lebenslange Sonderwege.

Leider wird das Vorhaben "Inklusive Schule" auch in unserem Kreis nur sehr langsam umgesetzt. In Lippe gibt es 2.366 Kinder mit "sonderpädagogischem Förderbedarf". Davon gehen nur 319 in Regelschulen. Chancengleichheit gemäß der UN-Konvention kann so nicht gewährleistet werden."

Manuela Grochowiak-Schmieding, Fraktionssprecherin der lippischen Grünen ergänzt:" Um den Anteil der Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf in allgemeinen Schulen zu steigern, muss auch eine Planung zur Organisation der Lehrerfortbildung in inklusiver Didaktik eingeschlossen werden. Wir Grünen wollen Schulentwicklungs-, Jugendhilfe- und Sozialplanung zusammenführen, um zum Beispiel den Einsatz von Integrationsassistenzen unbürokratisch zu gewährleisten. Kindern mit Behinderungen muss auch die Teilnahme an der offenen Ganztagsschule gesichert werden. Wir wollen inklusive Bildung in Lippe verantwortungsvoll umsetzen, aber keinesfalls im Hauruck-Verfahren".

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