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17. Februar 2011

Erdgasbohrungen: Grüne Bundestagsabgeordnete kritisieren Informationspolitik von Exxon Mobil

Auf einer Veranstaltung der Grünen in Frotheimer Birkenhof informierten Oliver Krischer, Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz und Ute Koczy über den aktuellen Stand der Erdgasbohrprojekte von Exxon Mobil an den Standorten Stemwede-Oppenwehe und Espelkamp-Frotheim. Ute Koczy verlas eine Stellungnahme des Konzerns, worin das Unternehmen erklärte, dass derzeit in Oppenwehe die Ergebnisse der Probebohrungen noch ausgewertet werden und die Pläne vorerst ruhen. Und solange es keine verwertbaren Ergebnisse über mögliche verwertbare Erdgasvorkommen in den tiefliegenden Schieferschichten gibt, wird es auch im Frotheimer Osterwald nicht weiter gehen.

Oliver Krischer machte grundsätzlich deutlich, dass Grüne eigentlich nichts gegen das Suchen von Gasvorkommen hätten. Schließlich ist Gas ein wichtiger Energielieferant und Deutschland muss sich vom russsischen Gas eher unabhängiger machen. Kritik gibt es jedoch immer wieder an der Informationspolitik der Energiegiganten und der Verfahrenstechnik.

Beim Frac-Verfahren, das bei der Gewinnung von unkonventionellem Erdgas eingesetzt wird, zeigen sich nach den Erfahrungen aus Pennsylvania und New York große Gefährdungen des Grundwassers durch die mitgeführten Chemikalien. Auch gibt der Konzern keine Auskunft um welche Chemikalien es sich handelt und in welchen Mengen sie eingesetzt werden. In der Diskusson war von möglichen kleinen Erdbeben, die Risse in Häusern und Straßen verursachen können, die Rede. Diese Befürchtungen hatten auch anwesende Anwohner des Bohrprojektstandortes in Espelkamp-Frotheim am Rande des Osterwaldes.

Ute Koczy sieht auch ein Hauptproblem in der gesamten Diskussion: Das deutsche Bergrecht. Bergrecht bricht fast jedes andere Recht. So können sich Energiekonzerne, wenn abbaubare Rohstoffmengen vermutet werden, auch über private und kommunale Belange hinwegsetzen. Sie müssen lediglich informieren und nicht für entstandene Schäden aufkommen, die durch Bohrungen entstehen. Beweispflichtig ist immer der Betroffene und er muss selbst für die Kosten der entstandenen Schäden aufkommen. „Und genau diese Beweislast wollen wir Grünen umdrehen. Mit kritischen Anfragen und Positionspapieren werden sich die Grünen im Bundestag und im Landtag weiter mit dem Frac-Verfahren beschäftigen,“ betont die Minden-Lübbecker Bundestagsabgeordnete.

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