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19. August 2011

Serengeti-Nationalpark: Rettung in Sicht?

Tansania zieht Alternativroute in Betracht

In der Diskussion um den geplanten Fernstraßenbau quer durch den Serengeti-Nationalpark zeichnet sich ein Einlenken der tansanischen Regierung ab. Das ist das Ergebnis einer Konferenz des UNESCO-Welterbe-Komitees am 23.06.2011 in Paris. Das ursprünglich geplante Bauprojekt einer ca. 55 Kilometer langen Straße durch den Park würde eine Katastrophe für dieses außergewöhnliche Ökosystem und die lokale Bevölkerung bedeuten. Präsident Jakaya Kikwete, der trotz des hohen internationalen Drucks lange Zeit an dem Vorhaben festhielt, gab nun an, auch Alternativpläne auszuloten.

Im August 2010 besuchte Ute Koczy auf einer Dienstreise Tansania und konnte sich ein persönliches Bild über den damaligen Stand der geplanten Fernstraße durch die Serengeti machen. Der Park zählt zum Weltnaturerbe der UNESCO und weist eine enorme Artenvielfalt auf. Um Verkehrsunfälle während der Tierwanderung auf einer solchen – zweifellos viel befahrenen – Straße zu vermeiden, hätte die Straße eingezäunt und der Serengeti-Park durchschnitten werden müssen. Das würde die Wanderung von jährlich rund 1,3 Millionen Tiere massiv stören.

Das nun offenbar auch von der tansanischen Regierung angestrebte Vorhaben, eine Straße sowie eine Eisenbahnstrecke durch das Gebiet südlich des Parks zu führen, ist ein wesentlich schlüssigeres Verkehrskonzept und daher sehr zu begrüßen. Auf dieser Route erhalten weit mehr Menschen eine direkte Anbindung zu den Großstädten der Region und der Serengeti-Park – der nicht zuletzt auch eine enorme touristische Bedeutung hat – bleibt hoffentlich weitestgehend verschont.

Vor diesem Hintergrund begrüßt Ute Koczy ausdrücklich, dass durch die Bundesregierung eine Machbarkeitsstudie zu einer südlichen Umgehungsstraße in Auftrag gegeben wurde. Es ist sehr wichtig, dass die internationalen GeberInnen ihre umfangreichen Unterstützungszusagen an Tansania nun auch umsetzen.

Es ist jedoch anzumerken, dass sich die bisherige Zusage Tansanias lediglich darauf bezieht, den Ausbaustandard der Straße zu reduzieren. Es bleibt abzuwarten, wie ernst es die Regierung mit dem Schutz des Nationalparks wirklich meint. Das Einlenken hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Tansania eine Einstufung des Serengeti-Parks als „gefährdetes Welterbegebiet“, wie sie ursprünglich auf dem UNESCO-Treffen in Paris geplant war, verhindern will. Das „reduzierte Vorhaben“ der tansanischen Regierung, die Straße durch den Park „ungeteert zu erhalten“, ist irreführend, da diese angebliche Straße derzeit gar nicht existiert. Der Ausbau bedeutet also noch immer einen Neubau von Pisten, die z.T. durch ein Wildnisgebiet führen. Die Bundesregierung ist demnach aufgefordert, die Stellungnahme der tansanischen Regierung nicht voreilig als Ende der Auseinandersetzung um die Serengeti-Straße abzutun. Die kommenden Entwicklungen und die letztendlichen Bauaufträge der tansanischen Regierung sind weiterhin wachsam zu verfolgen.

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