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3. September 2011

Bewusste Irreführung der Bevölkerung

"Die Bezirks-CDU unter Elmar Brok provoziert durch bewusste Ignoranz im Naturschutz", empört sich die lippische Bundestagsabgeordnete Ute Koczy über die Äußerungen zum Nationalpark. "Inzwischen scheint jedes Mittel recht zu sein, um die Idee eines Nationalparks Teutoburger Wald zu diskreditieren. Einige wenige in der CDU versuchen, die eigenen Interessen an der Ausbeutung des Waldes und traditionellen Besitztümern  zu verschleiern. Man setzt auf populistische Argumente, die jeglicher Grundlage entbehren und ist sich nicht einmal zu schade, den Nationalpark Bayrischer Wald in Verruf zu bringen.

So viel Widerspruch zur Position des eigenen Landesvorsitzenden und Umweltministers Röttgen war selten. Dieser kämpft auf internationaler Ebene für den Erhalt der Artenvielfalt. Ihm ist bewusst, dass das Überleben unsere Zivilisation davon abhängt. Ohne den gezielten Schutz von Wäldern und Regionen gegen Rodung und Ausbeutung fehlen die Rückzugsgebiete für das Überleben aussterbender Tier- und Pflanzenarten.

Das Argument "ein toter Wald sei kein Gewinn" ist der Offenbarungseid für ein nicht nachhaltiges Denken in Teilen der Bezirks-CDU in OWL. Hier passt das Nietzsche Zitat: "Ein wahrer Zyniker ist, wer von Allem den Preis, aber von Nichts den Wert kennt."

Dazu gehört auch die Behauptung, die Borkenkäfer würden in einem Nationalpark Teutoburger Wald eine Katastrophe verursachen. Die verschiedenen Arten der Borkenkäfer sind vor allem auf Nadelhölzer spezialisiert und befallen einheimische Buchen nicht in der Form. Hier den Vergleich zu dem inzwischen übrigens wieder nachwachsenden Fichtenwäldern des bayrischen Waldes zu ziehen ist eine Frechheit. Außerdem wurde dieser, für eine gewisse Zeit für das menschliche Auge, schmerzhafte Waldumbauprozess vom ehemaligen CSU-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber ausdrücklich toleriert. Die jetzt entstandenen Waldbilder geben, sofern man beim Besuch über die Gehegezone hinausgekommen ist, dem Konzept im Nationalpark Bayrischer Wald recht. Heute wächst sichtbar wieder wertvoller Wald. Einen toten Wald gibt es gar nicht, sondern nur die begrenzte Sicht von Menschen, die leider das Leben im Umbauprozess der Natur nicht erkennen wollen."

Der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer, Vorsitzender des Fördervereins Nationalpark Eifel, zeigt sich schockiert über das Niveau  der Argumente einiger in der CDU in OWL: "Da reden Leute von Dingen, von denen sie ganz offensichtlich keine Ahnung haben. Die Situation in den Hochlagen des Nationalparks Bayerischer Wald mit zum Teil über 1000 Meter Höhe ist überhaupt nicht vergleichbar mit denen in den Mittelgebirgen in NRW. Herr Brok und seine Kollegen sollten mal in die Eifel fahren und sich die Entwicklung des Waldes dort ansehen. Die Eifel ist nämlich hinsichtlich der Waldstruktur dem Teutoburger Wald sehr viel ähnlicher als der Bayerische Wald. In der Eifel wird die Fichte, die dort genauso wie im Teutoburger Wald nicht natürlich vorkommt, Stück für Stück durch die Natur selbst von anderen Baumarten ersetzt. Das ist ein Prozess, der die Besucher fasziniert. In der Eifel gibt es keine Besucherrückgänge – im Gegenteil: Gästebefragungen belegen, dass mehr als ein Viertel der Besucher gerade wegen des Nationalparks und der neu entstehenden Wildnis kommen. In der Eifel ist der Nationalpark seit 7 Jahren DER Motor des Tourismus." 

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