

Paul Collier: The Bottom Billion. Why the Poorest Countries Are Failing and What Can Be Done about It

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Oxford University Press, 2007
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0195311450
ISBN-13: 978-0195311457
Paul Collier beschreibt die fast hoffungslose Situation von über einer Milliarde Menschen, die in einer abwärtsgerichteten Spirale der Armut gefangen bleibt. Ihre Lage wird dadurch verschärft, dass sie sich oftmals einer korrupten Elite ausgesetzt sehen, im Bürgerkrieg leben und es in ihrem Land an guter Regierungsführung mangelt.
Sein Buch will aufrütteln und fordert auf, sich genauer die Zielgruppen anzuschauen. Gleichzeitig präsentiert er keine absoluten Lösungen wie der Ökonom William Easterly oder Jeffrey Sachs, sondern fordert dazu auf, die heutige Situation neu zu analysieren.
Die aktuellen Entwicklungsprobleme sind nicht die der letzten Jahrzehnte. Die Milliarde Menschen, die laut seiner These in der Armut stecken bleiben, brauchen einen anderen Weg der Unterstützung, als den althergebrachten. Er zeigt auf, dass Entwicklungsländer und ihre Gesellschaften nicht einheitlich sind. Während einige Fortschritte machen, bleiben andere in der Armut stecken. Der Kampf gegen Armut verläuft nicht mehr zwischen Ländern, sondern findet in der eigenen Gesellschaft statt. Collier fordert dazu auf, nicht am Rande stehen zu bleiben, sondern genau zu analysieren, welche Ziele wir ansteuern wollen und welche Unterstützungsleistungen auch tatsächlich Wirkungen zeigen.
Ein sehr lesenswertes Buch, weil es mich als Entwicklungspolitikerin dazu drängt, die Zusammenarbeit mit anderen Ländern zu hinterfragen. Neue Herausforderungen kennzeichnen die Gegenwart und eine moderne Entwicklungspolitik muss darauf. neue Antworten finden, wenn wir tatsächlich zur Lösung von Problemen wie der Armut und der Ungerechtigkeit beitragen wollen.