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Nationalpark Teutoburger Wald-Senne

Kulisse NP Teutoburger WaldQuelle: Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Stand: 16.05.2011Gegenwärtig gibt es in Deutschland 14 Nationalparke, in NRW bislang nur einen (Eifel, seit 2004). Der geplante Nationalpark Teutoburger Wald wäre der 2. NP in NRW. Der Kreistag Lippe hatte 2007 die Einrichtung beschlossen. Die jetzigen Planungen gehen auf diese Entscheidung (wenige Gegenstimmen, vor allem FDP) zurück. Unter der schwarz-gelben Landesregierung wurde dies nicht aufgegriffen, unter rot-grün beschloss man im Koalitionsvertrag die Schaffung eines 2. Nationalparks.

Im Fokus stand bis vor kurzem die Einrichtung auf dem Gebiet des Truppenübungsplatzes (TÜP) Senne. Die naturschutzfachliche Prüfung hatte für die sogenannte Kulisse (Gebiet/Grenzziehung) eines künftigen Nationalparks allerdings immer schon Teile des Teutoburger Waldes mit hinzugezogen, da Teutoburger Wald und Senne hier mit den wertvollen Übergangsbereichen eine fachliche Einheit bilden. Außerdem kann nur mit dem Teutoburger Wald die Senne internationalen Kriterien genügen bei gleichzeitigem Erhalt der Offenlandbiotope. Solange aber die Briten den TÜP Senne nutzen und voraussichtlich erst bis 2020 abziehen, ist dort die konkrete Umsetzung nicht möglich. Insofern bietet die Einrichtung eines Nationalparks Teutoburger Wald eine erste Chance zur Verwirklichung des Nationalparks in der Region. Später kann die Einbeziehung der Senne erfolgen.

Zur Kulisse eines künftigen Nationalparks

Auf der obigen Karte (aus LANUV: Gutachten zur Eignung des Teutoburger Waldes als Nationalpark, Mai 2011) sind 4 "Eigentümer" verzeichnet. Die dunkelrote Fläche ist das einzige Privateigentum und gehört dem Prinzen zu Lippe. Die rosa Fläche ist im Besitz des Landesverbandes Lippe, mit dem derzeit über einen Flächentausch verhandelt wird, was im Sommer abgeschlossen sein soll. Die hellblaue Fläche gehört der Stadt Horn. Die grüne Fläche ist im Besitz des Landes NRW. Sowohl der Prinz wie inzwischen auch die Stadt Horn haben jede Bereitschaft zur Verwirklichung eines Nationalparks abgelehnt. Obwohl dem Prinzen zu Lippe zugesichert war, dass er seine Flächen behalten und weiter nutzen kann, lehnt er strikt jeden Bezug zum Nationalpark ab und bekämpft die Umsetzung. Nach Einschätzung vieler Fachleute ist die Kulisse aber auch ohne die Flächen des Prinzen und der Stadt Horn-Bad Meinberg nationalparkwürdig.

Warum sind wir Grünen für einen Nationalpark?

Deutschland hat sich in seiner Nationalen Biodiversitätsstrategie auch international verpflichtet, 5% seiner Waldflächen bis zum Jahr 2020 aus der Nutzung zu nehmen und der natürlichen Entwicklung zu überlassen. Gegenwärtig sind wir bei weniger als ein Prozent.

Es geht um den Schutz der Rotbuche und der natürlichen Dynamik ihrer Entwicklungsstadien. Außerhalb Europas kommen Buchenwälder nicht vor. In Deutschland bilden Rotbuchenwälder die typischen Laubwald-Ökosysteme, zu denen ursprünglich auch Raubtiere wie Wolf, Luchs, Braunbär und Wildkatze gehörten. Auch deshalb ist es wichtig, diesen Wald der Nachwelt zu erhalten.

"Natur "Natur" sein lassen"! Um dieses Prinzip geht es. Unsere Wälder werden zwar nachhaltig genutzt – aber sie werden genutzt. Beachte: Auch in Naturschutzgebieten und in Gebieten, die als europäisch geschützte FFH-Gebiete ausgewiesen sind, findet die ordnungsgemäße Forstwirtschaft statt. Das heißt, der Lebenszyklus einer Rotbuche, der von 250-300 Jahren reicht, wird im Alter von 130 bis 150 Jahren durch Abholzung unterbrochen. Lediglich sechs Prozent der Buchenwaldbestände in Deutschland sind älter als 160 Jahre und nur 0,5 Prozent der Rotbuchenwälder sind holznutzungsfrei. Das heißt, dass alternde und absterbende Bäume kaum zu sehen sind – und mit ihnen die damit verbundenen Pflanzen und Tiere. Doch in diesen Lebensphasen des Buchenwaldes ist die Artenvielfalt an gefährdeten Arten besonders hoch. Das ist durch neue wissenschaftliche Studien belegt.

Wo erfährt man mehr über den Nationalpark?


FAQ - Antworten auf Fragen zum Nationalpark Teutoburger Wald und Senne


Grüne Post – Sonderausgabe zum Nationalpark Teutoburger Wald – Senne u.a. mit sachlichen Informationen zu häufig gestellten Fragen

 

Zeitleiste – kurzer Überblick

1991Der Landtag NRW beschließt einstimmig, nach Beendigung der militärischen Nutzung einen Nationalpark Senne zu errichten
2001Die Senne wird Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (EU-FFH-Schutz-Richtlinie).
2004Gründung Nationalpark Eifel am 1. Januar.
2005 Einstimmiger Beschluss des Landtags, den Nationalpark auch bei
 bestehender militärischer Nutzung einzurichten ("Doppelnutzung").
2005Regierungswechsel in NRW: Die Koalition aus CDU und FDP verfolgt die
Pläne für die Umsetzung eines zweiten Nationalparks in NRW nur zaghaft.
2007Beschluss im Kreistag Lippe für einen Nationalpark Lippe. Aufnahme von         Verhandlungen mit dem Umweltministerium mit dem Ziel, außerhalb des           Truppenübungsplatz Senne im Teutoburger Wald einen Nationalpark auf dem Gebiet des Kreises Lippe einzurichten.
2010Nach dem Regierungswechsel in NRW soll der Nationalpark   Senne/Teutoburger Wald wieder vorangetrieben werden.
2010Die englische Regierung beschließt, die britische Streitkräfte in Deutschland   bis 2020 abzuziehen, damit kommt der alte Landtagsbeschluss zum Tragen.

 

 

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Zusätzliche Information

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