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"Lasst das Öl im Boden" – auf grüne Initiative hin wurde gemeinsam mit der Koalition ein interfraktioneller Antrag in den Bundestag eingebracht, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, sich an einem Kompensationsregime für den Erhalt des sogenannten ITT-Gebiets im Amazonas-Urwald zu beteiligen. Der gemeinsame Antrag ist ein gutes Zeichen für ein verstärktes Bewusstsein in umwelt- und klimapolitischen Fragen, für das wir Grüne seit langer Zeit gekämpft haben.
Im vergangenen Jahr ist Ecuador mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit getreten ein großes Ölfeld im ITT-Gebiet nicht zu fördern, falls die internationale Gemeinschaft bereit ist, die erwarteten Einnahmeverluste zur Hälfte zu bezahlen. Das ITT-Gebiet liegt im Biodiverstitäts-Hotspot des Yasuní-Nationalparks in der ecuadorianischen Amazonasregion, eine der artenreichsten Urwaldregionen der Welt. Hier finden sich auf einem Hektar mehr Baumarten als in ganz Nordamerika und auf jedem dieser Bäume tummeln sich mehr Käferarten als in ganz Europa. Dieser Primärwald ist auch der Lebensraum mehrer indigener Völker, von denen mindestens zwei, die Taromenane und die Tagaeri in freiwilliger Isolation leben.
Schätzungen gehen zurzeit davon aus, dass fast eine Milliarde Barrel Erdöl unter dem ITT-Gebiet liegen. Die ecuadorianische Regierung geht davon aus, dass sie damit über einen Zeitraum von etwa 13 Jahren 700 Millionen US-Dollar jährlich einnehmen kann.Ihr Vorschlag sieht vor, dass verschiedene Staaten, internationale Organisationen und sonstige Geber die Hälfte der möglichen Einnahmen, also 350 Millionen US-Dollar pro Jahr über den Zeitraum von 13 Jahren, an Ecuador zahlen. Dann verzichtet Ecuador auf die Förderung des Öls im ITT-Gebiet. Mit dem Geld will Ecuador in Sozial- und Umweltprogramme und in Erneuerbare Energien investieren.
Der Schutz des ITT-Gebiets ist von elementarer Bedeutung für die Erhaltung dieses sensiblen Ökosystems und ein Symbol dafür, dass die Staatengemeinschaft bereit ist gemeinsam Verantwortung für ein globales Weltnaturerbe zu übernehmen. In Zeiten des Klimawandels müssen alle daran mitarbeiten, dass die für das Überleben unseres Planeten elementar wichtigen Umweltgüter Vorrang vor kurzfristigen ökonomischen Gewinnen haben. Der ITT-Vorschlag stellt die Logik der Umweltzerstörung durch die Ölförderung auf den Kopf: Geld soll fließen, damit das Öl im Boden bleibt. Die Umsetzung dieser Idee ist ein Schritt in die richtige Richtung.