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Ecuador und UNDP haben am Dienstag, den 3. August 2010, den Treuhandfonds zum Schutz des ITT-Gebietes im Amazonas unterzeichnet. Endlich ist es gelungen, eine entscheidende Hürde für die Einwerbung von Mitteln für den Erhalt dieses kostbaren Teils des Yasuní-Nationalparks zu überwinden. Gleichzeitig wird der Weg für die Verwirklichung eines neuen Ansatzes zum globalen Natur- und Waldschutz frei. Das ist nicht umsonst sein kann, liegt auf der Hand. Der Fonds muss jetzt mit Mitteln aus der internationalen Gemeinschaft gefüllt werden. Der Wille Ecuadors zum Erhalt unschätzbarer Wälder braucht unsere Solidarität.
Wie kam es dazu?
2007 trat Präsident Rafael Correa mit einem überraschenden Angebot an die Öffentlichkeit: Die ecuadorianische Regierung erklärte sich bereit, geschätzte 846 Millionen Tonnen Schweröl nicht fördern zu wollen. Das Öl sollte im Boden bleiben und der Staat Ecuador mit internationalen Mitteln zur Hälfte für die Nichtantastung der Bodenschätze kompensiert werden. Nach einer Delegationsreise des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wurde diese Idee auf Anregung der Grünen von allen Fraktionen des deutschen Bundestages unterstützt.
Im Juni 2009 besuchte der damalige ecuadorianische Außenminister Fender Falconí zusammen mit Vertretern des eigens eingerichteten ITT-Sekretariats den Deutschen Bundestag. Dabei stellte er den weiterentwickelten ecuadorianischen Vorschlag zur Umsetzung der Initiative vor. Vorgesehen ist, durch die Nicht-Förderung von Öl den Regenwald zu schützen, damit 407 Millionen Tonnen CO2 einzusparen und gleichzeitig durch soziale und ökologische Projekte den Amazonasraum nachhaltig zu unterstützen. Deutschland zeigte sich offen, unter bestimmten Voraussetzungen, Gelder in diesen Fonds einzuzahlen und so äußerten auch andere Staaten wie Spanien oder Großbritannien Interesse. Als Präsident Correa in Kopenhagen allerdings kurzfristig die Unterschrift unter den Vertrag verweigerte, war die Enttäuschung groß. Das Projekt schien gescheitert zu sein, doch sowohl auf parlamentarischer, wie auch auf ziviler Ebene wuchs in Ecuador die Bereitschaft, diese revolutionäre Idee doch noch zu verwirklichen.
Eine Revolution im globalen Umweltschutz
Ecuador setzt mit dem ITT-Yasuní-Projekt auf eine innovative Form des Einkommens: seine einzigartige Natur! Damit bricht Ecuador zum ersten Mal in der Geschichte eines Ölförderlandes mit dem üblichen Verfahren der Ausbeutung von Bodenschätzen. Durch die Unterzeichnung des Treuhandfonds seitens der ecuadorianischen Regierung und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) wird zumindest ein kleiner Teil des Amazonasgebietes als globales Gut anerkannt, geschützt und der ökonomische Verlust durch die Einzahlung internationaler Mittel zur Hälfte wett gemacht.
Staaten, Organisationen und Einzelpersonen können in den Treuhandfonds einzahlen. Das kurzfristige Ziel sieht vor, in den ersten 18 Monaten 100 Millionen Euro zusammen zu bekommen. In den nächsten drei Jahren sollen 3.6 Mrd. US-Dollar darauf eingezahlt werden.
Nun ist die Bundesregierung gefordert
Jetzt ist es an der Bundesregierung, hier Flagge zu zeigen. Selbst wenn noch viele Fragen offen sind, Ecuador ist bereit, seinen Beitrag zum Schutz des Regenwaldes zu leisten. Dies geschieht auch in Auseinandersetzung mit den Ölmultis, die ganz andere Interessen haben. Der Mut Ecuadors, neue Wege gehen, muss belohnt werden. Deutschland hatte von Anfang durch Rat und Tat Unterstützung geleistet und sollte diese Vorreiterrolle damit krönen, als erstes Land in diesen Fond einzuzahlen.