

Im Jahr 2000 verabschiedeten die Vertreter aus 189 Ländern auf einem Gipfel der Vereinten Nationen die sogenannte Millenniums-Erklärung. In dieser werden die globalen Herausforderungen und die wichtigsten politischen Handlungsfelder für das 21. Jahrhundert skizziert: Frieden und Sicherheit, Entwicklung und Armutsbeseitigung, Schutz der Umwelt sowie Menschenrechte und Demokratie. Aus den Kapiteln zu Entwicklung und Umweltschutz wurden acht Ziele abgeleitet, die sogenannten Millennium Development Goals (MDGs) oder Millennium-Entwicklungsziele, die bis 2015 erfüllt sein sollen:
Den Anteil der Menschen die arm sind und hungern um die Hälfte zu senken.
Allen Kindern eine Grundschulausbildung ermöglichen.
Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen.
Die Kindersterblichkeit senken.
Die Gesundheitsversorgung von Müttern verbessern.
HIV/Aids, Malaria und andere schwere, übertragbare Krankheiten bekämpfen.
Eine globale Partnerschaft für Entwicklung aufbauen.
Aktuell liegt die Erfüllung der MDGs in weiter Ferne. Auch wenn regional Fortschritte gemacht wurden, v.a. in Asien, sind in manchen Erdteilen die Menschen weiterhin bitterarm, ohne Aussicht auf Besserung. Besonders der afrikanische Kontinent leidet: Immer noch sterben genauso viele Mütter bei Geburten oder sonstigen Schwangerschaftskomplikationen wie zu Beginn der Milleniums-Erklärung, sind 50 Prozent und mehr der Bevölkerung von extremer Armut betroffen und HIV/Aids rafft auf dem Kontinent so viele Menschen dahin wie sonst nirgendwo. Und selbst auf dem "Vorzeige-Kontinent" Asien fällt die Bilanz wesentlich nüchterner aus, wenn man China außen vorlässt.
Wenn die Staatengemeinschaft die MDGs zumindest annähernd erreichen will, dann ist ein verstärktes Engagement dringend geboten. Wirkliche Fortschritte können nur erreicht werden, wenn zum einen mehr finanzielle Mittel für Entwicklungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Deshalb haben sich die Gebernationen verpflichtet sukzessive ihren Entwicklungsetat zu erhöhen, nämlich auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens bis 2015. Viele der Geberstaaten sind noch nicht auf dem Weg dorthin. Zum anderen müssen die Anstrengungen für die MDGs flankiert werden durch eine gerechte Ausgestaltung der Welthandelsregeln. Solange diese und andere globale Strukturen nur den Industrieländern und aufstrebenden Schwellenländern nutzen, werden die Anstrengungen für eine gerechte und nachhaltige Entwicklung in der Welt nicht fruchten.