Ute Koczy MdB

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Klimaschutz

Klimawandel gegen Entwicklung

Auswirkungen des Klimawandels auf Entwicklungsländer

Schon heute haben rund 1,1 Milliarden Menschen keinen sicheren Zugang zu ausreichend viel und sauberem Trinkwasser. Diese Situation wird sich in einigen Regionen der Welt verschärfen, weil es durch den Klimawandel zu größeren Schwankungen in den Niederschlägen und der Wasserverfügbarkeit kommen dürfte.

Von der Klimaveränderung ist auch die Ernährungssicherheit betroffen. Regional rechnen Wissenschaftler mit erheblichen Ernteverlusten, gerade auch in Regionen, die diese nicht einfach durch Zukauf von Lebensmitteln ausgleichen können. Durch den Klimawandel ist mit einem weiteren Meeresspiegelanstieg und der Zunahme von Wetterextremen zu rechnen  Ganze Staaten, wie etwa die kleinen Inselstaaten im Pazifik oder in der Karibik, sind in ihrer Existenz gefährdet. Im bevölkerungsreichen Bangladesch drohen infolge des klimabedingten Anstiegs des Meeresspiegels unkontrollierbare Überschwemmungen. Dabei erzeugen die 150 Millionen Menschen, die dort leben, nur ein Zwanzigstel der deutschen CO2-Emissionen.

Für Städte und Industrieregionen in Küstennähe werden deutlich erhöhte Risiken durch Naturkatastrophen erwartet. Diese und andere Wirkungen überfordern schwache Staaten, im Extremfall wird deren Zerfall begünstigt. Sie können zu Verteilungskonflikten um Wasser, um Land und zu Wanderungsbewegungen beispielsweise im Südlichen Afrika und im Ganges-Delta führen. Weil schwache Staaten nicht in der Lage sind auf die Probleme zu reagieren, wird die Umweltmigration zunehmen.

Aus grüner Sicht ist eine Fortschreibung der UN-Klimarahmenkonvention, bei der anspruchsvolle Minderungen klimaschädlicher Emissionen mit Technologiekooperation einhergehen, unerlässlich. Wir brauchen eine innovative Energiepolitik, die auf Einsparung und Erneuerbare Energien zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung setzt. Darüber hinaus kommt dem Schutz des Tropenwaldes eine überragende Bedeutung zu. Die Anpassung in Entwicklungsländern an den schon jetzt unvermeidlichen Klimawandel erfordert eine solidarische Finanzierung. Dabei denken wir auch an den Einsatz innovativer Finanzierungsinstrumente, wie der Kerosinsteuer oder einer Flugticketabgabe zur Finanzierung des Mehrbedarfs.

Sollten die Industrieländer nicht entschlossen handeln, wird ihnen der kaum widerlegbare Vorwurf gemacht werden, die Gefährdung der existenziellen Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen zuzulassen. Zu Recht werden die besonders betroffenen Länder auf das Verursacherprinzip verweisen, so dass sich die internationale Kontroverse um ein globales Kompensationsregime verschärfen dürfte. Nach heutigen Schätzungen der Weltbank wird die Anpassung an unvermeidbare Auswirkungen des Klimawandels jährliche Zusatzkosten von 10 bis zu 40 Milliarden US-Dollar verursachen. Bislang steht nur ein Bruchteil dieses Geldes für Anpassungsmaßnahmen zur Verfügung. Die Bundesregierung hat bislang ein Konzept vermissen lassen, dass ihren Beitrag zur Minderung der Probleme überzeugend darstellt.

Veranstaltung

2. Juli 2010

Klimawandel und Migration

In der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin wurde diskutiert: "Wie viel Erwärmung verträgt unser Asylrecht?". Denn weit davon entfernt, nur ein Umwelt- oder Energiethema zu sein, ist der Klimawandel bereits die unsichtbare Hand hinter Flucht und Migration geworden. Was können Deutschland und die EU tun? mehr

16. März 2010

Fragen an die Bundesregierung: Weltbank-Finanzierung für das Kohlekraftwerk Mesupi in Südafrika

Anfang April soll das Direktorium der Weltbank über die Finanzierung des Kohlekraftwerks Mesupi in Südafrika in Höhe von 3,75 Mrd. US-$ entscheiden. Ute Koczy hat nachgefragt, wie sich das mit einer Weltbank-Politik für mehr erneuerbare Energie und mehr Klimaschutz in Afrika verbinden lässt.mehr

18. Januar 2010

Fraktionsbeschluss: Entwicklungs- und Klimaschutzziele nicht gegeneinander ausspielen

Für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel müssen die Industrieländer den Entwicklungsländern zusätzliche Mittel bereitstellen. Der deutsche Beitrag muss bis 2013 auf sieben Milliarden Euro jährlich aufwachsen. Bis 2020 müssen diese Mittel weiter auf 10 Milliarden Euro an-steigen. Um die internationalen Zusagen einhalten zu können, fordern wir die Einführung innovativer Finanzierungsinstrumente sowie den konsequenten Abbau von klimaschädlichen Subventionen.mehr

16. Dezember 2009

Fragen an die Bundesregierung: Finanzierung von Maßnahmen gegen den Klimawandel in Entwicklungsländern

Anlässlich des Klimagipfels in Kopenhagen fragte ich nach, mit welchen Summen und ab wann sich die Bundesregierung an der europäischen Sofortfinanzierung für die Unterstützung von Entwicklungsländern beim Kampf gegen den Klimawandel in den nächsten Jahren beteiligen wird.mehr

Antrag

8. Dezember 2009

Kopenhagen mit verbindlichen und ambitionierten Klimaschutzzielen zum Auftakt einer globalen ökologischen Modernisierung machen

Die Botschaft von Kopenhagen muss sein: Die Staatengemeinschaft handelt gemeinsam und entschlossen gegen den Klimawandel und ergreift die Chance der ökologischen Modernisierung ihrer Wirtschaft. Mit diesem Ziel stellt dieser grüne Antrag konkrete politische Forderungen.mehr

5. November 2009

Keine Entwicklung ohne erfolgreichen Kampf gegen Klimawandel

Der "17. Bericht: Wirklichkeit der Entwicklungshilfe" hat Recht: Wir brauchen neue, zusätzliche und verlässliche Mittel für den Kampf gegen den Klimawandel in Entwicklungsländern. Klimaschutz ist finanzierbar - und das finanzielle Engagement der Industrieländer ist ein Gebot der Gerechtigkeit.mehr

 

Zusätzliche Information

Umwelt - Kilimandscharo