Rohstoffe und Entwicklung

Entwicklungsländer haben seit Jahrhunderte schlechte Erfahrung bei der Ausbeutung von Rohstoffen gemacht, denn nur selten hat die Bevölkerung etwas von den Gewinnen. Gegenwärtig verschärft sich die Lage, denn durch die gestiegene Nachfrage kann es zu einem "Run" auf die verbleibenen Rohstofflager kommen, der erste Erfolge im Aufbau eines Rohstoffregimes unterminieren kann. Für mich entscheidet sich an der Frage des Umgangs mit Rohstoffen, ob Frieden und Gerechtigkeit durchgesetzt werden können. Nur wenn die Rohstoffförderung die Umwelt nicht über Gebühr strapaziert und die Bevölkerung an den Gewinnen beteiligt wird, können rohstoffreiche Entwicklungsländer den Ressourcenfluch überwinden. Langfristig müssen wir darauf hinarbeiten die Wirtschaft in den rohstoffreichen Entwicklungsländern zu diversifizieren und ihre Abghängigkeit von den Rohstoffdevisen zu verringern. Nur so kommen wir weg von der umweltschädlichen Förderung und Nutzung fragwürdiger Rohstoffe wie z.B. Erdöl. Kurzfristig müssen wir dahin kommen, dass zumindest in ökologisch sensiblen Gebieten keine Rohstoffe gefördert werden.

Ohne eine nachhaltige, sichere und wirtschaftliche Energieversorgung sind Wohlstand, Gesundheit und Mobilität undenkbar. Der Rückgang der Vorräte und der Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe sowie die steigende weltweite Nachfrage rücken die Frage der Versorgungssicherheit und des Zugangs zu Energie in den Mittelpunkt der internationalen Diskussion.

Mehrere parallele Entwicklungen erhöhen die Notwendigkeit für eine vertiefte internationale Kooperation:

  • Die rasante Entwicklung von Schwellenländern wie China und Indien wirft die Frage auf, wie bei steigender Weltbevölkerung und gleichzeitig steigenden Lebensstandards eine Energieversorgung zu gewährleisten ist, die das "Ökosystem Erde" verkraften kann.

  • Die starke Konzentration der Öl- und Gasvorkommen auf eine relativ begrenzte Region, die politische Instabilität vieler rohstoffreicher Länder und die potenziell wachsende Erpressbarkeit der Rohstoffimporteure legen nahe, die Lieferabhängigkeit zu reduzieren.

  • 1,6 Milliarden Menschen haben überhaupt keinen Zugang zu Elektrizität. Die Bekämpfung von Armut und die Reduzierung des Hungers haben immer auch mit Zugang zu nachhaltigen Energiequellen zu tun. Hohe Ölpreise machen beispielsweise die Entwicklungsfortschritte in vielen Ländern zunichte.

  • Für das Überleben unseres Planeten wird entscheidend sein, wie ernsthaft wir Wege beschreiten, die zu einem Umdenken in der Ressourcennutzung führen, also hin zu einer wirklich nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung. Der Klimawandel hat enorme wirtschaftliche Schäden zur Folge, verhindert Entwicklung und verschärft das Armutsgefälle zwischen Arm und Reich. Kurz oder lang müssen wir "Weg vom Öl". Die beschränkten Ressourcen und die drohende Klimakatastrophe zwingen uns zu einem Umsteuern hin zu " sauberer Energie ", und das heißt für uns: mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Schon 2001 habe ich mich mit den Folgen des Baus einer Pipeline für schweres Rohöl in Ecuador beschäftigt. Anhand dieses Beispiels wird erkennbar, welche fatalen Folgen die Ölförderung für Natur und Mensch hat und warum wir die deutsche Mitverantwortung kritisieren, da die NRW-Bank WestLB AG hier eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung spielt.

 10. April 2013

Durchbruch für mehr Transparenz im Rohstoffsektor!

Zur erzielten Einigung zwischen Europäischem Parlament, EU-Kommission und EU-Rat auf Transparenzregeln für den Rohstoffsektor erklärt Ute Koczy, Sprecherin für Entwicklungspolitik:

 21. Februar 2013

Yasuní vor Rohstoffförderung schützen

Zur aktuellen Ecuadorreise von BMZ-Staatssekretär Beerfeltz und dem vorgestellten Sonderprogramm Biosphärenreservat Yasuní von BMZ und BMU erklärt Ute Koczy, Sprecherin für Entwicklungspolitik:

 01. Februar 2013

Transparenz in den Zahlungsflüssen im Rohstoffbereich und keine Nutzung von Konfliktmineralien

Rede zum SPD-Antrag "Transparenz in den Zahlungsflüssen im Rohstoffbereich und keine Nutzung von Konfliktmineralien" vom 31. Januar 2013.

 28. Januar 2013

Merkel vergibt Chance für strategische Partnerschaft mit Lateinamerika

Zur Teilnahme von Kanzlerin Merkel am Gipfeltreffen zwischen der EU und dem lateinamerikanischen Staatenbündnis CELAC am vergangenen Wochenende und der Vereinbarung einer Rohstoffpartnerschaft mit Chile, erklären Thilo Hoppe, MdB, und Ute Koczy, Sprecherin für Entwicklungspolitik:

 16. Januar 2013

Es geht auch anders! Alternativen in der Rohstoffpolitik

Reinhard Bütikofer und Ute Koczy skizzieren in einem gemeinsamen Artikel Alternativen in der Rohstoffpolitik.