Ute Koczy MdB
Entwicklungspolitische Sprecherin der
Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen
Obfrau im
Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Als ich 1961 im Sternzeichen Zwilling geboren wurde, war der Vorname Ute modern. Der Nachname Koczy ist wahrscheinlich eine ungarisch-polnische Mischung. Meine Eltern stammen aus dem ehemaligen Oberschlesien im heutigen Polen und ich wuchs in Heidenheim auf der schwäbischen Alb zusammen mit vier Geschwistern auf. Politisch interessiert bin ich seit meiner Schulzeit im Schillergymnasium, als ich heftig mit meinen Mitschülerinnen über "Willy wählen" diskutierte.
1980 begann mein Studium der empirischen Kulturwissenschaft, Völkerkunde und Geographie in Tübingen. 1983 trat ich bei den Grünen ein. Mir lagen der Umweltschutz, die Friedens- und die Frauenbewegung am Herzen. Die Aufbesserung meiner englischen Sprachkenntnisse gelang in einem einjährigen Aufenthalt (1983-1984) an der Universität in Eugene, Oregon, USA. Dort war ich Mitglied in einer studentischen Anti-Rüstungs-Gruppe und aktiv im Lateinamerikakomitee. Meine politischer Werdegang ist ein Produkt der Frauenbewegung. Durch eine Selbsterfahrungsgruppe selbst-bewusst geworden, gehörte ich seit 1985 zur neu gegründeten Städtegruppe Tübingen der Frauenrechtsorganisation "TERRE DES FEMMES", Menschenrechte für die Frau e.V. Wir informierten in Veranstaltungen über Sextourismus, Ehrenmorde, Genitalverstümmelung und organisierten Demonstrationen gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in Freihandelszonen (Südkorea). Dieses Engagement hat mich geprägt und als es dann darum ging, einen Beruf zu finden, habe ich mich zunächst 1988 auf eine ABM-Stelle in Lemgo für Flüchtlingsfrauen erfolgreich beworben und später im Welthaus Bielefeld als entwicklungspolitische Referentin gearbeitet. Nicht lange nach meinem Umzug nach NRW habe ich auch meinen heutigen Ehemann kennen und lieben gelernt.
Als mich die Grünen in Lemgo 1989 für den Stadtrat warben, tat ich den Sprung ins kühle Wasser der Kommunalpolitik, immer eingedenk des frauenpolitischen Mottos: "Die Hälfte der Macht den Frauen!" Von dort war der Weg in die Landespolitik nicht weit. 10 Jahre, von 1995 – 2005, war ich für die Ausschüsse Kinder, Jugend und Familie sowie Europa- und Eine-Welt-Politik Sprecherin meiner Fraktion in NRW. Neben dem Einsatz zur Verbesserung der Kindergarten- und Bildungspolitik war einer meiner Schwerpunkte die Kritik an der Finanzierung einer Erdölpipeline durch die WestLB in Ecuador.
Nach 10 Jahren wollte ich mich verstärkt um globale Zusammenhänge kümmern und kandidierte für den Bundestag. Inzwischen bin ich wiedergewählt und erneut entwicklungspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion.
Wenn ich nicht Politik in Berlin oder den Wahlkreisen mache...
... lebt es sich bestens in Lippe. Lemgo ist ein klasse Kontrast zu Berlin und ich genieße die ruhigere Gangart. Am liebsten besuche ich befreundete Familien, unternehme lange Spaziergänge, nutze das Rad oder lese Schmöker und Krimis. Auch gehe ich sehr gerne tanzen, leider viel zu selten. Vor längerer Zeit habe ich den Spaß am Reiten wiederentdeckt und erlaube mir einmal im Jahr eine Auszeit und lerne alternative Reitweisen mit Bodenarbeit kennen. Unvergessen bleibt der Vollmondausritt mit Glühwürmchenbegleitung!

